vergangene Gästeabende

Gästeabend am 20.09.2016: „Neid und Missgunst“

Der Gästeabend war ganz dem Thema NEID und MISSGUNST gewidmet.Neid
Das Thema NEID – immer noch ein gesellschaftliches Tabu-Thema, hat viele Schwestern und Gäste angesprochen, und der Abend war sehr gut besucht. Die Einleitung machte unsere Meisterin vom Stuhl mit einem spannenden Impulsvortrag über Ursachen und Ausprägungen des weit verbreiteten Gefühls und der Frage, wie man Neid bei sich selbst und bei anderen begegnen kann.
In der anschließenden lebhaften Diskussion, die in gewohnter freundlicher und respektvoller Weise von nahezu allen Anwesenden gleichermaßen gestaltet wurde, konnten auch positive Aspekte des im allgemein verpönten Gefühles herausgearbeitet werden: Gelingt es uns, unseren eigenen Neid, unsere eigene Eifersucht bewusst zu machen und die Auseinandersetzung damit als eine Herausforderung zu verstehen, unsere vernachlässigten Potentiale zu entwickeln und unsere Grenzen wahrzunehmen, kann Neid sogar als positive Kraft genutzt werden.
Neid und Missgunst
Nicht zuletzt kann Neid Ansporn sein, das Beneidete selbst zu erreichen. Heiß diskutiert wurden mögliche Lösungsstrategien im Umgang mit dem als quälend erlebten Gefühl: Den Blick weg von dem oder der Beneideten hin zu den eigenen Stärken lenken erschien hier als wirkungsvollste Strategie.
Der Abend endete – so die einstimmige Meinung – viel zu früh…

Gästeabend am 07.06.2016: „Meine Zeit, Deine Zeit“

Zwei unserer Schwestern vermittelten das Thema zunächst mittels einer Power Point Präsentation, die Bilder zu sieben kontroversen Behauptungen zeigte. Jeweils eine der Schwestern übernahm eine der Positionen und erläuterte sie spielerisch:

  • „Ich habe zu wenig Zeit “ vs. „Wir haben Alle gleich viel Zeit“
  • „Man muss die Zeit ernst nehmen“ vs. „Man soll die Zeit nicht ernst nehmen“
  • „Zeit ist Geld“ vs. „Nein, Zeit ist Leben“
  • „Es ist wichtig pünktlich zu sein“ vs. „Man muss nicht pünktlich sein“
  • „Ich habe die Zeit im Griff “ vs. „Ich lasse die Zeit zwischen meinen Fingern zerrinnen“
  • „Zeitliche Lebensplanung ist Alles! “ vs. „Ich lebe jetzt, das ist meine Zeit“
  • „Ich mache Deine Zeit zu meiner Zeit“ vs. „Ich will nicht, das andere über meine Zeit bestimmen“

Schon in der Präsentation konnten unsere Gäste einen Eindruck davon gewinnen, wie wichtig und interessant es ist, aus den Gedanken und Meinungen anderer lernen zu können. Nach einer kurzen Musikeinlage konnte dann jede der Teilnehmerinnen im Sinne der ABC-Methode ihre Assoziationen zum Wort ZEIT notieren, anschließend der Runde vorstellen und so die Thematik erweitern und bereichern.

Diese und die sich anschließende engagierte Diskussion zeigte einerseits wie unter­schiedlich die Wahrnehmung und die Bedeutung der Zeit für die verschiedenen Frauen nicht nur zum jetzigen Zeitpunkt sondern auch innerhalb ihres Lebens ist und war. Es wurde andererseits aber auch deutlich, dass wir die Zeit weniger nach der Uhr bewerten als vielmehr nach dem, was gerade passiert, wie wir uns dabei fühlen und danach, wieviel Kontrolle wir über das Geschehen haben.

Zuletzt wurde auch noch die emotionale Ergriffenheit angesprochen, die uns trifft, wenn wir mit für uns fast unmöglich zu begreifenden Zeitlängen konfrontiert werden. Angesichts von Dingen, denen wir in der Natur oder auch in Gegenständen oder Gebäuden begegnen, und die bereits seit von Tausenden oder Millionen Jahren existieren, wird uns oft auch die Kürze unseres Daseins bewusst.

Die Begeisterung über die Betrachtung der verschiedenen Facetten des Begriffes Zeit und der gegenseitige respektvolle Umgang hat uns sicher alle auf dem nach Hause Weg begleitet.

 

Vortrag am Gästeabend 19.04.2016

von Br. Titus Malms

„Das Schweigen“

Was verhüllt uns das Schweigen?

Titus Malms vermittelte Erkenntnisse von Ewald Balser, Ernst Bloch, den Schweigeregeln der Benediktiner und Trappisten bis hin zu Konfuzius, Laotse und Buddha. Er stellte Bezüge zur Freimaurerei her und beschrieb den Unterschied von Schweigen als einer intellektuellen und Verschwiegenheit als einer moralischen Kategorie. Sich durch Schweigen auf seine innere Stimme zu konzentrieren ist für ihn das Schweigen aus Ehrfurcht, das er wohl unterschieden wissen möchte vom Schweigen aus Dummheit. Das Ende seiner Ausführungen bildeten Auszüge aus dem türkischen Märchen „Der Schweigende“ von Elsa Sophia von Kanthoevener.

Der Vortrag war so vielschichtig, dass wir beschlossen haben, die Gedanken setzen zu lassen nicht in großer Runde zu ergänzen. In kleinen Runden mit Gästen und Schwestern wurden dann die Eindrücke vertieft oder auch Fragen unserer Gäste zu unserer Arbeit beantwortet.