Freimaurerinnen in Potsdam
Märkisches Mosaik

Themen

Wort des Monats Februar 2024: Gleichheit vs Ebenbürtigkeit
In der Freimaurerei arbeiten wir mit unterschiedlichen Symbolen. Einer davon ist der raue Stein. Steine, besser Gesteine, sind das Baumaterial, aus dem Erdkruste und Erdmantel bestehen. Sie sind keine einheitliche Masse, sondern bestehen jeweils aus mehreren Komponenten. In der Geologie werden drei große Gesteinsgruppen unterschieden: Magmatite oder Erstarrungsgesteine entstehen durch erstarrtes Magma – zum Beispiel bei Vulkanausbrüchen, die bekanntesten sind Granit und Basalt. Sediment- oder Ablagerungsgesteine hingegen entstehen durch Ablagerung von Gesteinspartikeln, Beispiele sind Grauwacke oder Gips. Hinzu kommen noch Metamorphite – also Gesteine, die ursprünglich Magmatite oder Sedimentgesteine waren und umgewandelt wurden. Die bekanntesten Metaphormite sind Schiefer und Marmor.
Genauso unterschiedlich wie die Gesteine sind auch wir Schwestern: wir alle sind unterschiedlich geprägt, durch Emotionen, Druck oder Veränderungen. Es ist unterschiedlich leicht oder eben schwer für uns, an uns zu arbeiten, uns zu verbessern, raue Kanten abzuschlagen. Wir sind einfach nicht gleich.
Aber – und das ist das beflügelnde an der Freimaurerei – wir sind einander ebenbürtig.

T: 02/2024


Wort des Monats Januar 2024: Zufriedenheit
Und ein zweites Mal ist die „Zufriedenheit“ bei uns das Wort des Monats. Allerdings nicht nur in einem positiven Zusammenhang: Wir fragen uns, ob uns zu viel Zufriedenheit träge macht? Hindert sie uns daran, etwas voranzubringen oder zu ändern? Steht sie Innovationen und neuen Sichtweisen im Weg? Brauchen wir mehr Unzufriedenheit? Oder ist die Zufriedenheit als Zustand doch erstrebenswert? Vielleicht ist ein gesundes Mittelmaß auch hier die Lösung?


Wort des Monats Dezember: Wende dich niemals von Bedürftigkeit und Leid ab!
Humanität im Sinn von Nächstenliebe, Wohlwollen und Hilfsbereitschaft ist ein wichtiger Baustein in der Freimaurerei. Viele von uns Freimaurerinnen sind hier in den unterschiedlichsten Bereichen engagiert. Aber ist es überhaupt möglich, sich NIEMALS von Bedürftigkeit und Leid abzuwenden? In unserer Gesellschaft sehen wir beides schließlich nicht nur in unserer unmittelbaren Umgebung, sondern erfahren über Nachrichten von Naturkatastrophen oder Kriegen aus der ganzen Welt. Vielleicht macht es Sinn, diese Aufforderung so zu deuten, dass wir Bedürftigkeit und Leid „erkennen“ sollen, uns nicht davor verschließen oder wegschauen. In einigen Fällen werden wir es dann sein, die helfen können – oder sogar müssen. In anderen Fällen können wir vielleicht Helfer unterstützen oder nicht helfen. Auch das müssen wir für uns akzeptieren, denn eine weitere Maxime unserer Arbeit lautet, dass wir auch auf uns selbst achten sollten.


Wort des Monats Oktober: Gleichnis
Ein Gleichnis‏‎ ist eine kurze Erzählung, in der ein abstrakter Gedankengang klar gemacht werden soll, sein Zweck ist es eine Erkenntnis zu fördern.

Bei unserem letzten Gästeabend haben wir über das Gleichnis „Die Blinden und der Elefant“ gesprochen – hier haben wir diesen Text mit ein paar Fragen zum
Weiterdenken hinterlegt und wünschen viel Freude damit.

„Es waren einmal fünf weise Gelehrte. Sie alle waren blind. Diese Gelehrten wurden von ihrem König auf eine Reise geschickt und sollten herausfinden, was ein Elefant ist. Und so
machten sich die Blinden auf die Reise nach Indien. Dort wurden sie von Helfern zu einem Elefanten geführt. Die fünf Gelehrten standen nun um das Tier herum und versuchten, sich
durch Ertasten ein Bild von dem Elefanten zu machen. Als sie zurück zu ihrem König kamen, sollten sie ihm nun über den Elefanten berichten.
Der erste Weise hatte am Kopf des Tieres gestanden und den Russel des Elefanten betastet. Er sprach: "Ein Elefant ist wie ein langer Arm."
Der zweite Gelehrte hatte das Ohr des Elefanten ertastet und sprach: "Nein, ein Elefant ist vielmehr wie ein großer Fächer."
Der dritte Gelehrte sprach: "Aber nein, ein Elefant ist wie eine dicke Säule." Er hatte ein Bein des Elefanten berührt.
Der vierte Weise sagte: "Also ich finde, ein Elefant ist wie eine kleine Strippe mit ein paar Haaren am Ende" denn er hatte nur den Schwanz des Elefanten ertastet.
Und der fünfte Weise berichtete seinem König: "Also ich sage, ein Elefant ist wie ein riesige Masse, mit Rundungen und ein paar Borsten darauf." Dieser Gelehrte hatte den Rumpf des Tieres berührt.
Nach diesen widersprüchlichen Äußerungen fürchteten die Gelehrten den Zorn des Königs, konnten sie sich doch nicht darauf einigen, was ein Elefant wirklich ist. Doch der König
lächelte weise: "Ich danke Euch, denn ich weiß nun, was ein Elefant ist: Ein Elefant ist ein Tier mit einem Rüssel, der wie ein langer Arm ist, mit Ohren, die wie Fächer sind, mit
Beinen, die wie starke Säulen sind, mit einem Schwanz, der einer kleinen Strippe mit ein paar Haaren daran gleicht und mit einem Rumpf, der wie eine große Masse mit Rundungen und ein paar Borsten ist."
Die Gelehrten senkten beschämt ihren Kopf, nachdem sie erkannten, dass jeder von ihnen nur einen Teil des Elefanten ertastet hatte und sie sich zu schnell damit zufrieden gegeben hatten.“

Zum Weiterdenken:

  • Wofür steht der Elefant?
  • Wofür die Blindheit?
  •  Wofür der König?
  •  Ursachen für die Blindheit/ wie lernen wir sehen?

 


Wort des Monats September: Balance

Nach einer Sommerpause starten wir in der Loge traditionell im September wieder in das Maurerjahr – gestärkt durch unsere Sommerpause. So finden wir durch die Zeiteinteilung eine Balance zwischen Anspannung und Entspannung. Unsere innere Balance stärken wir aber auch durch die Verbundenheit zwischen uns Schwestern und der Verfolgung unserer gemeinsamen humanistischen Ziele.

L: September 2023


Wort des Monats August: Loge

Wir Freimaurerinnen organisieren uns – wie auch die Freimaurer – in Logen. Dabei betrachten wir unsere Loge als Ort, an dem wir die Möglichkeit haben, Suchende auf unserem Weg zu sein. Wir müssen unsere Eigenarten und Meinungen nicht an der Logentür ablegen, sondern können uns darüber freuen, dass wir offen, freimütig und respektvoll miteinander umgehen – und auch gelegentlich geistig miteinander ringen dürfen.

T, R und L: Juli 2023


Wort des Monats Juli: Zeit

Zeit ist mehr als eine physikalische Größe, in der Philosophie bezeichnet sie die vom menschlichen Bewusstsein wahrgenommene Form von Veränderungen – damit beschäftigten sich schon Heraklit („Panta rhei“), Platon („Zeit als Abbild der Ewigkeit) und Aristoteles („Veränderungen geschehen in der Zeit“). Auch die Messung der Zeit ist sehr alt: schon um 3.000 v. Chr. wurde sie von den Sumerern und Ägyptern mit einfachen Schattenstäben durchgeführt.
Was wären wir heute ohne die exakte Zeitmessung? Wir wüssten nicht, wann unser Arbeitstag zu Ende ist oder mit welcher Bestzeit die schnellste Läuferin den Marathon in welcher Stadt gelaufen ist oder um wie viel schneller ein Jaguar gegenüber einem Menschen ist. Dabei stellt sich die Frage - ist das wichtig?
Modernes Zeitmanagement bemüht sich, möglichst viel in möglichst kurzer Zeit zu erledigen – was bringt uns das? Gesparte Zeit? Was fange ich mit gesparter Zeit an? Und aus Sicht der Verfasserin dieses Beitrags: hätte ich ihn mittels Chat GTP geschrieben, hätte ich vielleicht Zeit gespart – aber hätte ich diese hier aufgeführten Gedanken auch gelebt?

T: Juli 2023


Wort des Monats Juni: Rose

Für uns Freimaurerinnen hat die Rose eine besondere Bedeutung. Sie begleitet ein Freimaurerleben von der Initiation bis zur Abberufung in den e.O. Drei Rosen sind bei jeder rituellen Arbeit dabei: eine rote, eine rosa und eine weiße.
Die rote Rose ist das Sinnbild der Stärke und
fordert uns auf Edles und sittlich Gutes nicht nur zu erkennen, sondern es auch zu tun. Rot ist die Farbe der Liebe. Die rosa Rose vereint die Gegensätze, weist auf die Wanderung zwischen den Polaritäten hin – ist Farbe der Weisheit und des Lebens. Die weiße Rose weist auf die Sehnsucht nach einem höheren, vollkommenen Leben hin, ist Farbe des Lichts und der Trauer.
Das Johannisfest heißt auch Rosenfest. Die drei Rosen in den Farben Rot, Rosa und Weiß werden gedeutet als Licht, Liebe und Leben.
R.: Juni 2023


Wort des Monats Mai: Vertrauen
Vertrauen ist ein elementares Bindeglied für unsere Gemeinschaft.
Dabei ist Vertrauen eine subjektive, mit Worten schwer zu beschreibende Haltung mit einem emotionalen – nicht rational erfassbaren – Anteil, der auf unseren bisherigen Erfahrungen aufbaut. Wir als Freimaurerinnen arbeiten daran, uns und anderen „die Hände zu reichen“.

P: Mai 2023


Wort des Monats April: Maß halten
Die Forderung nach Work-Life-Balance ist geradezu modern – und doch findet sie sich auch in der freimaurerischen Symbolik wieder: der 24-zöllige Maßstab hält uns Maurerinnen dazu an, unsere Zeit mit Weisheit einzuteilen – dafür Sorge zu tragen, dass wir unsere Zeit und Kraft nicht nur für unsere Arbeit nutzen sondern auch für unsere anderen Pflichten. Zu diesen gehört bei uns auch die Arbeit an uns selber. Aber auch das richtige Ausmaß an Müßiggang und Lernen, an Zeit für Freundschaft und Familie und an Regeneration und Achtsamkeit.
J: April 2023

Wort des Monats März: Schönheit
Schönheit ist heute in den Medien allgegenwärtig und erscheint uns so wichtig. Dabei umfasst sie viel mehr als nur den äußeren Schein: Toleranz, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe sind Ausdrucksformen der wahren Schönheit eines Menschen. Werke aus Musik und Literatur werden dann als schön bezeichnet, wenn sie harmonisch sind. Ein Beispiel für Harmonie ist der Goldene Schnitt. Er bezeichnet das ideale Verhältnis zweier Teilstrecken a und b zueinander: der kleinere Teil muss sich zum größeren Teil so verhalten, wie der größere Teil zur gesamten Länge der Strecke. Bilder, Bauwerke oder Pflanzen mit dieser Aufteilung werden als harmonisch und schön empfunden. Er erweckt den Eindruck der Vollkommenheit - nicht mehr durch die Gleichheit der Teile, sondern durch die Gleichheit der Proportionen.
Auch in der Freimaurerei spielt die Schönheit eine Rolle: sie stellt zusammen mit Weisheit und Stärke eine symbolische Säule unserer Arbeit dar.
T: Februar 2023

Wort des Monats Februar: Perspektive
„Alles eine Frage der Perspektive“. Diesen Satz hat jeder schon einmal gehört. Die Perspektive, aus der wir Dinge betrachten, ist essenziell dafür, wie wir Dinge bewerten oder einordnen. Die englische Redensart „Don't judge a man until you've walked a mile in his shoes.“ nehmen wir uns in diesem Monat besonders zu Herzen. Denn erst, wenn ich jemandes Perspektive eingenommen habe, kann ich es wagen, ein Urteil über deren Situation zu fällen. In der Loge praktizieren wir innerhalb einer rituellen Arbeit diesen Perspektivwechsel aktiv, indem wir die Positionen, die wir sonst für eine gewisse Zeit durchgehend besetzen, tauschen. Man bekommt hierdurch Einblick, was bei der Arbeit der anderen wichtig ist und welchen Blickwinkel sie von dieser Position aus einnehmen. Hierdurch kann die eine oder andere wertvolle Anregungen für ihre eigene Arbeit und die persönliche Entwicklung mitnehmen.
L: Februar 2023

Wort des Monats Januar: Symbol
Das Wort Symbol (altgriechisch „symbolon“) wird unterschiedlich interpretiert, meist jedoch versteht man darunter ein „Sinnbild“. Dabei ist ein Symbol etwas, das nicht für sich selbst, sondern die stellvertretend für einen abstrakten Sachverhalt steht; es geht in seiner Bedeutung weit über ein „Zeichen“ hinaus. Jedes Objekt kann zu einem Symbol werden und für Individuen eine bestimmte Bedeutung annehmen. Eine Gemeinschaft zeichnet sich auch dadurch aus, dass Symbole ähnlich interpretiert werden.
Die Freimaurerei verwendet viele Symbole, die meist dem mittelalterlichen Bauhandwerk entstammen. Die bekanntesten Symbole sind Winkelmaß und Zirkel, gefolgt von dem allsehenden Auge, der Rose und dem musivischen Pflaster.
Januar 2023

Wort des Monats Dezember: Licht
Die Wintersonnenwende, der 21. Dezember, leitet die Saison des festlichen Frohlockens ein, in der die Menschen rund um die Welt auf die eine oder andere Weise das alte Übergangsritual feiern, das als die Wiedergeburt der Sonne bekannt ist. Licht spielt zu Advent und Weihnachten aber auch zum jüdischen Lichterfest Chanukka eine besondere Rolle. In allen Kulturen steht das Helle, Lichte für das Gute, den Fortschritt und das Leben.
Auch Freimaurer/innen sind Lichtsucher. Das Licht ist für uns von höchster Bedeutung und drückt sich in unserer Symbolik aus. Wir Freimaurer/innen leben in dem ständigen Bemühen, uns zu vervollkommnen und verstehen unser Streben nach Erkenntnis und Selbstverwirklichung als einen „Pfad zum Licht“, der uns „aus der Nacht der Unwissenheit zum Licht der Erkenntnis“ führt.
A: Dezember 2022

Wort des Monats November: Arbeit
„Arbeit“ ist eine „...geordnete Tätigkeit, die der Erzeugung, Beschaffung, Umwandlung, Verteilung oder Benutzung materiellen oder ideellen Daseinsgütern dient“. Diese Tätigkeit führt zu einem „materiellen und/oder immateriellen Arbeitsergebnis, das bewertet werden kann." Bei dieser Definition bleibt offen, ob die Arbeit eine Erwerbstätigkeit ist – oder z.B. eine ehrenamtliche Arbeit. Dabei ist Arbeit eine Form des Schaffens, die die Welt verändern kann: nicht durch Beten und abwartende Demut gegenüber einem jenseitigen Wesen allein, sondern durch Einsatz der gestalterischen und werktätigen Fähigkeiten der Menschen. Und hier kommen wir zur Freimaurerei. Freimaurerinnen treffen sich regelmäßig zu sogenannten Tempelarbeiten. Dabei versammeln sich die Schwestern unserer Logen regelmäßig zur maurerischen Arbeit, bei der wir z.B. freimaurerische Kenntnisse und Traditionen einüben oder weitergeben. Hier steht das aktive Handeln im Vordergrund und wir betonen, dass die Weiterentwicklung der Persönlichkeit und auch in der Gemeinschaft aktiv betrieben werden sollte.
A: November 2022

Wort des Monats Oktober: Mut
Mut ist die grundsätzliche Bereitschaft, trotz zu erwartender Nachteile etwas zu tun, das man für richtig hält. Die zu erwartenden Nachteile können vielfältig sein. Und im allerextremsten Maße auch eine Gefahr für Leib und Leben darstellen.
Mut und Angst wirken immer zusammen. Mut bedeutet, seine Angst zu überwinden. Seit die Menschheit sich Geschichten erzählt, handeln sie von Heldentaten: Mut begleitet uns seit Jahrhunderten. Mut in all seinen Varianten begegnet uns auch in der Gegenwart täglich. Manchmal ist er weit weg, ganz aktuell im Iran zum Beispiel oder in der Ukraine. Wir sehen, was die Menschen dort riskieren und die Opfer, die sie bringen. Ihr Mut ist tatsächlich lebensgefährlich.
Mutig sind aber nicht nur Menschen, die sich gegen ein Regime auflehnen oder, ohne mit der Wimper zu zucken, Kleinkinder aus brennenden Häusern retten. Wir alle brauchen ständig Mut, jeden Tag, um große und kleine Situationen im Leben zu meistern.
Mutig ist es zum Beispiel
- seine Meinung zu vertreten und Haltung zu zeigen
- sich Neuem zu stellen oder etwas Neues zu probieren
- oder auch … etwas zu tun, das andere enttäuschen wird
- zu gestehen, dass man etwas nicht weiß
- ein unangenehmes Gespräch zu führen
- und – das darf natürlich nicht fehlen – … vom 10-Meter-Brett zuspringen
Mut ist nicht immer von Erfolg gekrönt, weder im Großen noch im Kleinen. Manch mutige Handlung nutzt der ganzen Welt, manche tut vorrangig uns selbst gut.
Als Freimaurerin und als der Mensch, der ich sein möchte, fühle ich mich dazu verpflichtet, mich dem Unrecht entgegenzustellen, unabhängig davon, wo es auftritt.
Damit meine ich nicht militärische Tapferkeit und auch nicht persönlichen Wagemut, sondern den Mut, mich in unserem täglichen Umfeld für Menschenwürde und Gerechtigkeit einzusetzen. Und zwar aktiv. Mit dieser Art Mut hilft man anderen.
Aber noch ein paar Fragen zum Abschluss: Kann Mut falsch verstanden werden? Und ist Mut überhaupt immer sinnvoll? Auch mein Rückgrat ist nicht zum Zerschlagen, finde ich. Ist das jetzt verwerflich?
N: Oktober 2022

Wort des Monats August: Zufriedenheit
Zufriedenheit ist ein Zustand, der nicht aus dem Vergleich mit anderen erwächst, sondern der aus uns selbst heraus entsteht oder vorhanden ist. Das Wort Frieden liegt darin. „Ich bin zufrieden“ heißt auch, ich bin mit mir im Frieden.
K.: Juli 2022

Wort des Monats Juli: Sprache
Sprache verbindet uns – zumindest dann, wenn wir dieselbe Sprache sprechen. Aber sprechen wir denn alle dieselbe Sprache, wenn wir auf Deutsch kommunizieren? Gibt es eine einheitliche Sprache „Deutsch“ überhaupt? Einerseits existieren es nicht nur diverse Dialekte, auch unterschiedliche regionale Begriffe prägen jede/n von uns und unsere Sprache. Andererseits haben sich auch einzelne Begriffe über Jahrhunderte gehalten, wie der „Zollstock“ zum Beispiel. Seit dem Mittelalter streiten Philosophen und Kirchengelehrten über die Frage, warum heißen die Dinge heißen, wie sie heißen (der Universalienstreit).
Ludwig Wittgenstein stellte die These auf: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“. Was bedeutet dieser Satz für uns? Wir sprechen und denken in Begrifflichkeiten. Über Begrifflichkeiten, die ich nicht kenne, kann ich nicht sprechen oder nachdenken. Und wenn ich für Dinge andere Begrifflichkeiten nutze, kommt es zum Unverständnis bei meinem Gegenüber. Ob diese aufgeklärt werden können, liegt auch an der Grenze der Sprache meines Gegenübers.
T.: April 2022

Anlässlich des Wortes des Monats Juni ROSE ein kurzer Beitrag über das Johannisfest
Das Johannisfest, bzw. Rosenfest ist das höchste Fest der Freimauer/innen in den meisten Logen auf der Welt. Es symbolisiert den längsten Tag des Jahres, den 24. Juni. Am Tag der Sommersonnenwende gedenken die Freimaurer Johannes des Täufers, Schutzpatron der Steinmetze. Am 24. Juni 1717 schlossen sich vier Logen in London zu einer Großloge zusammen.
Es besteht ein innerer Zusammenhang mit dem Kreislauf in der Natur, dargestellt durch den Sonnenlauf mit dem kürzesten und längsten Tag des Jahres (Sommer- und  Wintersonnenwende). Für die Freimaurer/innen als „Lichtsucher“ ist der Tag mit der größten Lichtfülle ein besonderes Symbol.
So ist das Johannisfest nicht nur Fest des Lichtes und der Freude, es ist auch ein Tag der Besinnung, der uns hinweist auf das Licht – die Finsternis, auf das Leben – der Tod folgt, bis wir am Tag der Wintersonnenwende erfahren, dass auf jede Finsternis neues Licht folgt.
R.: Juni 2022

Wort des Monats Mai: Wahrheit
„Auf den Spuren der Wahrheit“ war das Thema auf unserem Gästeabend am 29. März 2022 – einige Gedanken dazu sind hier zusammengefasst:
Wahrheit, ein uraltes Thema in der Menschheitsgeschichte. Was ist Wahrheit?
Die kleinste Formel wäre: Wahrheit ist das, was es ist.
Es wird davon gesprochen, dass sie gefunden, entdeckt oder festgestellt wird – aber auch verdrängt, verschwiegen oder verschüttet sein. Es ist kaum zu bezweifeln, dass das Wissen der Wahrheit wertvoll ist, aber … dieses Wissen kann auch oft belastend sein.
Unter den Begriffen Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit und Authentizität scheint die Aufrichtigkeit am geeignetsten zu sein, der Wahrheit tagtäglich zu begegnen. Die Wahrheit gehört nicht dem Ich, sondern das Ich gehört der Wahrheit!
Wer Wahrheit sucht, braucht so etwas wie einen inneren Kompass, um nicht herumzuirren. Man lernt, die Wahrheit zu lieben, indem man sich auf eine Beziehung zu ihr einlässt, sie kennenlernt und erfährt, dass es sich gut anfühlt; und das, je früher im Leben je besser.
Fragen:
Ist die Wahrheit verschweigen … lügen?
Was bedeutet es, wahrhaftig zu sein?
Welche Rolle spielt die Wahrheit in meinem Leben?
Gestaltung des Abends:
R.:


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